Deckungsbeitrag im Onlineshop berechnen: DB I bis DB III
Umsatz zeigt, wie viel ein Shop verkauft. Der Deckungsbeitrag zeigt, wie viel davon übrig bleibt, um Miete, Gehälter und Gewinn zu bezahlen. Für Onlineshops lohnt sich eine Rechnung in drei Stufen, weil Versand, Retouren und Werbung bei jeder Bestellung mitlaufen.
8 Min. Lesezeit
Das Schema in drei Stufen
| Position | Verlauf | Betrag |
|---|---|---|
| Nettoumsatz | 120.000 € | |
| Wareneinsatz | −54.000 € | |
| DB I | 66.000 € | |
| Versand, Zahlung, Retouren | −15.480 € | |
| DB II | 50.520 € | |
| Werbekosten | −24.000 € | |
| DB III | 26.520 € | |
| Fixkosten | −18.000 € | |
| Betriebsergebnis | 8.520 € |
| Position | Betrag | Anteil am Nettoumsatz |
|---|---|---|
| Nettoumsatz | 120.000 € | 100 % |
| Wareneinsatz | −54.000 € | 45 % |
| DB I | 66.000 € | 55 % |
| Versand und Verpackung | −8.400 € | 7 % |
| Zahlungsgebühren | −2.280 € | 1,9 % |
| Retouren | −4.800 € | 4 % |
| DB II | 50.520 € | 42,1 % |
| Werbekosten | −24.000 € | 20 % |
| DB III | 26.520 € | 22,1 % |
| Fixkosten | −18.000 € | 15 % |
| Betriebsergebnis | 8.520 € | 7,1 % |
Der Shop im Beispiel macht 120.000 € Nettoumsatz und behält nach allen Kosten 8.520 €. Die größte Stellschraube ist der Wareneinsatz, die zweitgrößte die Werbung: Mit einem ROAS von 4 statt 5 lägen die Werbekosten bei 30.000 € und das Betriebsergebnis bei 2.520 €.
Was in welche Stufe gehört
DB I: Nettoumsatz minus Wareneinsatz
Der Nettoumsatz ist der Umsatz ohne Mehrwertsteuer, nach Rabatten, Gutscheinen und zurückgeschickten Artikeln. Vom Kunden bezahlte Versandkosten gehören dazu, denn die tatsächlichen Versandkosten stehen später auf der Kostenseite. Der Wareneinsatz ist der Einkaufspreis der verkauften Artikel, inklusive Bezugskosten wie Fracht oder Zoll. In Shopware lässt er sich aus dem Einkaufspreis am Produkt berechnen, sofern dieser gepflegt ist.
DB II: minus Versand, Zahlung und Retouren
Diese Kosten entstehen mit jeder Bestellung: Versandlabel, Verpackung, Gebühren der Zahlungsanbieter und die Kosten für Retouren. Zu den Retourenkosten zählen Rückversand, Prüfung und der Wertverlust zurückgeschickter Ware. Den Umsatz der zurückgeschickten Artikel ziehst du schon beim Nettoumsatz ab, hier stehen nur die Kosten der Rücksendung.
DB III: minus Werbekosten
Hierhin gehören alle Marketingkosten, die mit dem Umsatz schwanken: Google Ads, Meta Ads, Affiliate-Provisionen, Rabattcodes für Influencer und Newsletter-Versand nach Volumen. Feste Monatsgebühren für Tools oder eine Agenturpauschale gehören eher zu den Fixkosten.
Fixkosten und Betriebsergebnis
Miete, Gehälter, Software und Buchhaltung fallen auch an, wenn morgen niemand bestellt. Sie werden aus dem DB III bezahlt. Was dann bleibt, ist das Betriebsergebnis des Monats.
Vier Fehler, die den Deckungsbeitrag schönen
- Brutto gerechnet: Wer mit Bruttoumsatz rechnet, zählt 19 % Mehrwertsteuer als Einnahme mit, die an das Finanzamt geht.
- Retouren vergessen: Der Umsatz einer Bestellung, die zurückkommt, ist kein Umsatz. Zieh ihn ab, sonst sieht jede Aktion mit hoher Retourenquote besser aus, als sie ist.
- Lücken beim Einkaufspreis: Fehlt bei einem Teil der Produkte der Einkaufspreis, sinkt der Wareneinsatz nur scheinbar. Prüfe, für welchen Anteil des Umsatzes ein Einkaufspreis hinterlegt ist.
- Werbekosten aus dem falschen Monat: Rechne mit den Werbekosten desselben Zeitraums, nicht mit der Rechnung, die oft erst im Folgemonat kommt.
Vom DB II zum Break-even-ROAS
Die DB-II-Quote ist genau die Größe, die der Break-even-ROAS braucht. Im Beispiel liegt sie bei 42,1 %, der Break-even-ROAS also bei 1 ÷ 0,421 = 2,38. Jede Kampagne darunter verringert den DB III. Liegen die Werbekonten beim Umsatz über dem Shop, hilft der Artikel Google Ads zeigt mehr Umsatz als Shopware.
Häufige Fragen
Wie hoch sollte der Deckungsbeitrag im Onlineshop sein?
So hoch, dass der DB III die Fixkosten deckt. Eine feste Quote gibt es nicht: Ein Shop mit kleinem Team kommt mit weniger aus als einer mit eigenem Lager und Kundenservice. Teile deine monatlichen Fixkosten durch den Nettoumsatz, dann kennst du die Mindestquote für den DB III.
Gehören Versandkosten, die der Kunde zahlt, zum Umsatz?
Ja. Bezahlte Versandkosten sind Umsatz, die tatsächlichen Versandkosten stehen im DB II als Kosten. So siehst du, ob deine Versandpauschale die Kosten deckt.
Was ist der Unterschied zwischen Deckungsbeitrag und Rohertrag?
Der Rohertrag ist Umsatz minus Wareneinsatz, also der DB I. Der Deckungsbeitrag im engeren Sinn zieht alle variablen Kosten ab, im Onlineshop also auch Versand, Zahlung, Retouren und Werbung.